Wie ich zur Ernährungsberatung gefunden habe
Im Frühjahr 2024 kam unser heutiger Hund – ein damals 8-jähriger Kangal-Schäferhund-Mix - aus dem Tierheim zu uns.
Seine Verdauung war zu diesem Zeitpunkt zwar nicht perfekt, aber auch nicht akut alarmierend. Nach dem Umzug stellten wir seine Fütterung auf einen Mix aus Nassfutter und selbst gekochten Komponenten um – und die Situation stabilisierte sich zunächst.
Im Sommer 2024 änderte sich jedoch plötzlich alles:
Er entwickelte schwere, wiederkehrende Durchfälle, die kamen und gingen – mal 1–2 Wochen Ruhe, dann wieder rund um die Uhr. Es folgten Tierarztbesuche, Vorstellungen in der Tierklinik, zahlreiche Untersuchungen und viele Fütterungsversuche mit wechselnden Proteinquellen. Trotz begleitender Maßnahmen und medikamentöser Unterstützung blieb die Ursache unklar, die Beschwerden unkontrollierbar.
Im Laufe der Monate verkürzten sich die beschwerdefreien Phasen immer weiter.
Was anfangs noch in Zyklen von 1–2 Wochen kam und ging, wurde zunehmend unberechenbar – die Ruheintervalle schrumpften schließlich auf wenige Stunden.
Um den Jahreswechsel 24/25 war sein Zustand kaum noch tragbar:
Die Beschwerden traten 1-2 mal pro Stunde auf – rund um die Uhr. Sein Körper war geschwächt, er hatte deutlich an Gewicht verloren, litt unter Koliken, krampfartigen Schmerzen und man sah ihm an: Er wollte nicht mehr.
Es war nicht „nur Durchfall“. Es war ein Hund, der sichtlich aufgab, weil sein Körper nicht mehr konnte.
In unserer Verzweiflung, ihn so leiden zu sehen, standen wir vor der Entscheidung, die uns das Herz brach - ihn gehen lassen zu müssen.
In einem letzten, intuitiven Versuch entschied ich mich, alles bisher probierte zu verwerfen und nach Bauchgefühl vegetarisch für ihn zu kochen.
Die Veränderung war so überraschend wie eindeutig:
Ab dem ersten selbst gekochten Napf war der Durchfall verschwunden – und kam nicht mehr zurück.
Dieser Moment hat meinen Blick auf Hundeernährung nachhaltig verändert.
Ich begann zunächst, mir schnell ein grundlegendes Verständnis für vegetarische Hundeernährung anzueignen. In dieser akuten Ausnahmesituation war das wichtig - aber für mich nur der Anfang.
Ich habe mir kurzfristig viel Wissen aufgebaut, um meinen Hund sicher und bedarfsgerecht versorgen zu können. Doch schnell wurde mir klar: Das reicht mir nicht.
Ich wollte es richtig lernen - fundiert, wissenschaftlich und ohne Fütterungsmythen.
Die Erfahrung, wie stark die passende Rationsgestaltung einem schwer darmkranken Hund helfen kann, hat mich nachhaltig beeindruckt. Als es meinem Hund dann von Woche zu Woche immer besser ging, stand für mich fest: Ich möchte mich zur Tierernährungsberaterin für Hunde ausbilden lassen.
Heute weiß ich:
Ich habe zu lange an der für meinen Hund falschen Ernährungsform festgehalten.
Gemäß tierärztlicher Einordnung und von Seiten des Tierheims sollte eine getreidefreie Fütterung mit hohem Fleischanteil bevorzugt werden.
Vom Tierheim wurde uns sogar vermittelt, dass unser Hund aufgrund einer Allergie zwingend getreidefrei ernährt werden müsse - eine Einschätzung, die ich damals übernommen habe, ohne sie selbst zu hinterfragen.
Rückblickend stellte sich jedoch heraus: Diese Annahmen und Informationen, basierend auf Ernährungsmythen und Fütterungsideologien, trafen für ihn einfach nicht zu - sie machten ihn sogar schwer krank.
Was er wirklich brauchte, war eine kohlenhydratbetonte, auch getreidehaltige Fütterung mit moderatem Proteinanteil, in einer Zusammensetzung, die sein Körper verwerten und vertragen konnte – nicht ein bestimmtes Zutatenkonzept.
Diese Erfahrung hat mir eindrücklich gezeigt:
Hunde brauchen Nährstoffe, keine Ideologien – und was als „artgerecht“ gilt, ist nicht für jeden Hund automatisch passend.
Genau deshalb ist es mir heute in der Beratung so wichtig, Fütterungsmythen einzuordnen, Erwartungen realistisch zu begrenzen und den Fokus auf den individuellen Nährstoffbedarf und die praktische Verträglichkeit im Alltag zu legen.


Zum Umfang meiner Ausbildung
Tierernährungsberatung ist kein geschützter oder staatlich anerkannter Ausbildungsberuf - die Berufsbezeichnung ist frei, weshalb sich theoretisch jede:r so nennen kann, selbst nach sehr kurzer Beschäftigung mit dem Thema.
Genau deshalb war es mir wichtig, mich nicht nur einzulesen, sondern strukturiert fortbilden zu lassen.
Ich habe mich bewusst für eine sechsmonatige, berufsbegleitende Online-Fortbildung entschieden - mit festem Lehrplan, fachlicher Betreuung, Prüfungsleistungen und mit dem Fokus auf Rationsbewertung nach Nährstoffbedarf und Verträglichkeit, statt auf Fütterungsmythen oder Ideologien.
Zeitraum: 02.-07.2025
Beruflicher Hintergrund
Ich habe eine 3-jährige schulische Ausbildung zur Medizinisch-Technischen Radiologieassistentin (MTRA) absolviert und diese mit dem staatlichen Examen abgeschlossen,
Mein beruflicher Weg liegt im humanmedizinischen, diagnostisch-technischem Umfeld, in dem ein strukturiertes, analytisches und evidenzorientiertes Arbeiten die Grundlage bildet.
Diese Herangehensweise prägt mich bis heute - auch in der Tierernährungsberatung für Hunde:
- faktenbasiert statt dogmatisch
- messbar und nachvollziehbar
- kritisch-analytisch
- leitlinien- und richtlinienorientiert
- praxisnah und realistisch
Ich nutze meinen medizinischen Hintergrund methodisch, um Futtermittel und Rationen ernährungsphysiologisch sauber einzuordnen - ohne medizinische Diagnosen zu stellen oder tierärztliche Entscheidungen zu überprüfen.


Sachkundenachweise
Die folgenden Sachkundenachweise habe ich in den letzten Jahren erworben - teilweise noch bevor ich in der Hundebetreuung tätig war, teils parallel zu meiner Tätigkeit im PfotenCamp Dinslaken.
- 02.2020 Sachkunde nach § 11 Landeshundegesetz NRW
- 11.2023 Sachkunde nach § 6 Landeshundegesetz NRW - nachgewiesen durch Prüfung vor Ort und ergänzendem Fachgespräch beim Veterinäramt Oberhausen
- 04.2024 Sachkunde nach § 11, Abs. 1, Nr. 8a Tierschutzgesetz - Fachgespräch zur Feststellung der Sachkunde beim Veterinäramt Wesel
Fortbildungen in der Hundebetreuung
Für meine Tätigkeit in der Hundebetreuung gelten Fortbildungssauflagen, die vom zuständigen Veterinäramt festgelegt wurden.
Diese Auflagen verpflichten mich, jährlich mindestens eine Fortbildung zu absolvieren.
Ich habe mich bewusst dazu entschieden, deutlich mehr Fortbildungen zu machen als diese Mindestvorgabe, weil mir fachliche Weiterentwicklung, Praxisnähe und fundiertes Verständnis in der Hundebetreuung wichtig sind.
- 05.2024 Teilnahme am Seminar "Erste Hilfe am Hund"
- 08.2024 "Körpersprachliches Arbeiten mit dem Hund" - Hellhound Foundation - Webinar
- 08.2024 "Patchwork - Leben in der Mehrhundehaltung" - Hellhound Foundation - Webinar
- 10.2024 "Vorsicht giftig! Anti-Giftköder-Training für Hunde" - Kosmos Verlag - Webinar
- 12.2024 "Verhaltensauffällige Hunde aus dem Tierschutz" - Kosmos Verlag - Webinar
- 12.2024 "Silvester mit Hund. Geräuschangst vorbeugen und bewältigen." - Kosmos Verlag - Webinar
- 01.2025 "Herdenschutzhunde - verstehen, halten und erziehen" - Kosmos Verlag - Webinar
- 02.2025 "Calming Signals oder Stress?" - Kosmos Verlag - Webinar
- 10.2025 "Sozialkontakte sinnvoll anleiten" - Kosmos Verlag - Webinar
- 12.2025 "Wahrnehmungspsychologie bei Hunden" - Kosmos Verlag - Webinar

